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Ode an Krommert
Ich möchte euch heute etwas über Krommert erzählen:
Keine berühmte Person tat es als Heimat erwählen,
weshalb es ist bis auf seinen Einwohnern kaum einem bekannt,
still und ruhig liegt es bei Rhede im Westmümsterland.

Ein jeder muss nur über die Türschwelle gehen,
um mitten in der grünen Natur zu stehen.
Dort ist dann sanftes Vogelgezwitscher zu hören
und die verschiedensten Düfte -wie - Gülle!

Na toll! Da hat der Nachbar wohl wieder die Windrichtung geprüft
und den Idealzustand vorgefunden, der Geruch genau in unsre Richtung weht.

Und überhaupt, was heißt schon Nachbar?
Wohnt der nicht in der Nähe und ist ein Kilometer etwa nah?
Hinzu kommt, dass Nachbarn, hier sind so gut wie frei wählbar.

Entfernungen, die sind ja sowieso anders definiert und auch so ein Problem.
Da kann man morgens nicht mal zum Bäcker geh'n!
Nein, da fährt man, weil man fünf Kilometer zu bewältigen hat,
und siebeneinhalb sind's bis zum nächsten Supermarkt.
Auf den Vorratsschrank müssen sich also viele verlassen,
da -ja, ich kann es selbst kaum fassen -
nicht jedes Pizzataxi die Fahrt auf sich nimmt
und Krommertern keine leckere Pizzen bringt.
Der Weg wäre auf jeden Fall interessant,
denn Zebrastreifen, Ampeln und "Dreißig-Zonen" sind völlig unbekannt.
Nur- zwei zweispurige Straßen findet man hier
darüber kriecht, hüpft, läuft, springt ständig ein Tier.
Wenn dann nicht schnell genug bremst oder das Fernlicht ausstellt,
hat sich dieses auch schon zur Stoßstange gesellt.

Da eigentlich Alles aus Feldern, Wiesen und Wäldern besteht,
behaupten viele dass es eh überall gleich aussieht.
Aber der Krommerter, der empfindet das gar nicht so
und verirrt sich eher in Wohngebieten und Co.
Denn hier hat jeder sein eigenes Gebiet
und der Nachbar sich auch gern arrangiert,
so dass bei Feiern mit lauter Musik nicht die Polizei vor der Türe steht,
sondern jener mit dem Gedanken an die eigene Jugend eben etwas später ins Bett geht.
Schützenfeste sind noch Tradition, da feiern zusammen Opa, Vater und Sohn.
Ganze drei Vereine können sich halten und wenn sie dann zu ihrer Zeit walten,
gibt es jedes Mal ein großes Fest, wo sowieso ganz Krommert zugegen ist.
Im frühen Morgen dann werden die Mädchen und Frauen noch bis vor die Haustür gebracht,
auch wenn der Junge oder Mann dafür den ein oder anderen Umweg macht.
Im Grunde ist es doch auch gut, mal seine Ruhe zu haben
und Nachbarn, die mit ehrlichem Interesse fragen,
wie es dir und deiner Familie geht und um Schule und Freunde steht.
Hilfe leistet jeder, der kann, wie, wo und wann.

So steht um einiges schneller, dein Haus, weil du nie alleine baust!
Über das Meiste ist man nämlich informiert weit und breit.
Wirklich jeder weiß Bescheid,
wenn zum Beispiel ein Kind kommt zur Welt,
wobei es dann besonders der älteren Generation gefällt,
man weiß, wie man dessen Namen schreibt, wenn. man ihn hört,
und nicht wo bei Kian oder Cerasu welcher Buchstabe hingehört.


Die Kinder wollen noch Feuerwehrmann und Tierärztin werden
Und nicht etwa „Gangstarapper" oder als Topmodel für Nassrasierer werben.


Zusammenfassend bleibt zu sagen:
Ich sollte doch eigentlich nicht klagen,
denn an Sachen wie Entfernungen kann man sich gewöhnen
und bald sieht man neben solchen Dingen besonders die schönen
und obwohl einige immer noch stören,
die zum Land eben dazu gehören,
ist es doch schön hier zu leben
und den Großteil möcht' ich auch gar nicht hergeben.



Verfasser: Sandra Lechtenberg 2010
Vorgetragen auf den Naturgenusstagen 2010