Geschichte des Hofes Rülfing

Wie viele andere Höfe auch, hat dieser Familienbesitz eine sehr bewegte Geschichte. Die erste urkundliche Erwähnung unseres Hofes liegt lange zurück.

Erstmalig erwähnt wurde er in den Unterlagen des Klosters Werden unter dem damaligen Namen "Gut Essinkholte" im Jahr 1150. (siehe oben.: aus Geschichte der Stadt Rhede; 2000; HRSG Heimatverein Rhede; S. 39)Der Essingholtbach, der in der Büngerschen Dingdener Heide entspringt, im Naturschutzgebiet Auewald (siehe Bild) zeugt heute noch von dieser Zeit. Die Hofgebäude sind unter der Adresse "Am Essingholtbach 1" zu finden. ...

Die geschichtliche Entwicklung der Büngerner/ Dingdener Heide trifft auf unseren Hof im großen und ganzen auch zu.
(siehe Bericht auf der Webseite der Büngerner Dingdener Heide)
Zu Ende des 18. Jahrhunderts wäre der Hof in direkter Linie fast nicht weitergeführt worden. Von 6 Kindern gingen 5 ins Kloster, wo sie relativ schnell, in Folge von Lungenleiden, verstarben.
Die sehr feuchte Mulde, in der das damalige Hofgebäude lag, war Grund für diese Krankheiten. Dies ist auch der Grund, warum die heutige Hofstelle im Jahre 1896 50 mtr. in südwestlicher Richtung, auf einen Hügel verlagert wurde.
Das 6. Kind, eine Tochter, war bei Rülfing, heute der Reiterhof Ebbers, verheiratet.
Ihr ältester Sohn Hermann ging dann 1896 mit seiner Frau Maria Anna zurück auf den Hof hier am Essingholtbach.
Ein erhaltener Schriftzug in einem Fensterbogen aus dieser Zeit zeugt heute noch von der Grundsteinleguung.

Er und seine Frau Maria Anna, das Ehepaar hier links, erbaute das Bauernhaus am jetzigen Standort.

Im 2. Weltkrieg am 1. September 1942 schlug in das Haupthaus morgens um halb sechs der Blitz ein. Das große Bauernhaus brannte in seiner Gesamtheit nieder. Die schlafenden Kinder wurden von den damaligen Helfern aus den Flammen gerettet. Die Eltern waren in einer tiefer gelegenen Wiese ca. 800 m südlich beim Kühe melken und bekamen aufgrund des Nebels an diesem Morgen nichts von dem Geschehen mit.
Zum Glück wurde keiner verletzt. Aufgrund dieser Aufregung brachte Maria Rülfing am 2. September 1942 den Sohn Hermann zur Welt. Man kann heute nur ahnen, in welcher Not unsere Vorfahren damals gelebt und gehandelt haben.
Aus der Generation sind von acht Kindern sieben in der Landwirtschaft verheiratet.



(hier rechts.: aus Geschichte der Stadt Rhede; 2000; HRSG Heimatverein Rhede; S. 854)

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